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Hüftkopfnekrose

Eine Erkrankung, bei der eine rechtzeitige Diagnostik die Behandlungswahl und die Möglichkeit, das eigene Hüftgelenk zu erhalten, grundlegend beeinflussen kann.

Wenn Schmerzen in der Leiste oder im Hüftgelenk auftreten und im MRT eine Hüftkopfnekrose festgestellt wird, ist es wichtig, nicht nur die Diagnose zu bestätigen, sondern auch das Stadium der Erkrankung und den Zustand des Hüftkopfes zu bestimmen. Davon hängt maßgeblich die weitere Taktik ab.

Was ist eine Hüftkopfnekrose

Die aseptische, oder avaskuläre, Nekrose des Hüftkopfes ist eine Erkrankung, bei der die Durchblutung eines Bereichs des Knochengewebes im Hüftkopf gestört ist.

In frühen Stadien kann die Form des Hüftkopfes noch erhalten sein. Mit fortschreitender Erkrankung nimmt die Knochenfestigkeit ab, es kann eine subchondrale Fraktur auftreten und der Hüftkopf allmählich abflachen oder kollabieren.

Danach verändert sich die Geometrie des Hüftgelenks, und es entwickelt sich eine sekundäre Arthrose.

Deshalb ist es wichtig, die Hüftkopfnekrose nicht nur als Diagnose zu betrachten, sondern als Prozess mit verschiedenen Stadien und unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten.

Wann Sie sich vorstellen sollten

  • Schmerzen in der Leiste oder im Hüftgelenk ohne offensichtliches Trauma
  • der Schmerz tritt beim Gehen oder unter Belastung auf
  • die Beweglichkeit des Hüftgelenks hat sich verringert
  • ein Hinken ist aufgetreten
  • der Schmerz nimmt allmählich zu
  • im MRT oder Röntgen wurden Anzeichen einer Hüftkopfnekrose festgestellt
  • eine Hüftkopfnekrose ist bereits diagnostiziert, aber die weitere Behandlungstaktik muss festgelegt werden
  • beide Hüftgelenke sind betroffen

Warum die Bestimmung des Krankheitsstadiums wichtig ist

Bei der Hüftkopfnekrose kann dieselbe Diagnosebezeichnung grundlegend unterschiedliche klinische Situationen bedeuten.

Im frühen Stadium kann der Hüftkopf seine Form noch bewahren. In einer solchen Situation können bei einzelnen Patienten Methoden zum Erhalt des eigenen Hüftgelenks in Betracht gezogen werden.

Ist bereits ein Kollaps des Hüftkopfes eingetreten und haben sich ausgeprägte sekundäre Gelenkveränderungen gebildet, sind die Möglichkeiten einer gelenkerhaltenden Behandlung erheblich eingeschränkt, und es kann die Frage einer Endoprothetik entstehen.

Die zentrale Frage nach Diagnosestellung ist daher nicht einfach „liegt eine Nekrose vor?“, sondern „in welchem Stadium befindet sie sich, und kann das Gelenk noch erhalten werden?“.

Ist immer eine Endoprothetik notwendig?

Nein.

Allein das Vorliegen einer Hüftkopfnekrose bedeutet noch nicht, dass der Patient automatisch einen Hüftgelenkersatz benötigt.

Die Taktik hängt ab von:

  • dem Krankheitsstadium
  • Größe und Lokalisation des betroffenen Bereichs
  • dem Erhalt der Form des Hüftkopfes
  • dem Zustand des Gelenkknorpels
  • dem Alter des Patienten
  • dem Grad der körperlichen Aktivität
  • der Ausprägung von Schmerz und funktionellen Einschränkungen

Deshalb sollte die Behandlungsentscheidung nach umfassender Beurteilung getroffen werden, nicht allein aufgrund des Vermerks „Hüftkopfnekrose“ im MRT-Befund.

Gelenkerhaltende Behandlung

Wird die Erkrankung vor einem ausgeprägten Kollaps des Hüftkopfes festgestellt, können in entsprechenden klinischen Situationen Methoden zum Erhalt des eigenen Gelenks erwogen werden.

Die konkrete Taktik hängt vom Stadium und den Merkmalen des Nekrosebereichs ab.

Ein chirurgischer Ansatz in frühen Stadien ist die Hüftkopfdekompression (Core Decompression). Ihr Ziel ist die Anlage von Kanälen im betroffenen Bereich und der Versuch, den Verlauf des pathologischen Prozesses vor Entwicklung einer ausgeprägten Kopfdeformität zu beeinflussen.

In bestimmten Situationen können auch andere gelenkerhaltende Methoden in Betracht gezogen werden.

Ihre Erfolgsaussichten hängen vor allem davon ab, wie früh die Diagnose gestellt wurde und ob die Struktur des Hüftkopfes noch erhalten ist.

Wann eine Endoprothetik in Betracht gezogen wird

Ist die Erkrankung fortgeschritten, ein Kollaps des Hüftkopfes eingetreten und haben sich erhebliche strukturelle Veränderungen des Hüftgelenks gebildet, können gelenkerhaltende Methoden das erwartete Ergebnis nicht mehr erzielen.

In solchen Fällen ist die totale Hüftendoprothetik eine der Behandlungsoptionen.

Ziel der Operation ist es, den Schmerz zu lindern, die Beweglichkeit wiederherzustellen und dem Patienten die Rückkehr zu einem aktiveren Alltag zu ermöglichen.

Bei ein und derselben Diagnose kann somit zwei Patienten eine völlig unterschiedliche Taktik empfohlen werden:

  • frühes Stadium → Versuch, das eigene Gelenk zu erhalten
  • spätes Stadium → Endoprothetik
Wie die Diagnostik abläuft

01 — Beratung

Wir beurteilen Art und Dauer des Schmerzes, die Beweglichkeit des Hüftgelenks, das Gangbild, die bisherige Behandlung und mögliche Faktoren, die mit der Entstehung der Erkrankung zusammenhängen.

02 — Bildgebung

Wir analysieren Röntgenaufnahmen und MRT der Hüftgelenke.

Das MRT ist besonders in frühen Stadien von Bedeutung, wenn strukturelle Veränderungen auf einer gewöhnlichen Röntgenaufnahme noch nicht ausreichend erkennbar sind.

03 — Stadienbestimmung

Wir beurteilen den Zustand des Hüftkopfes, das Vorliegen oder Fehlen eines Kollapses, das Ausmaß der Schädigung und sekundäre Gelenkveränderungen.

04 — Wahl der Taktik

Wir legen fest, ob eine gelenkerhaltende Behandlung angezeigt ist oder die Veränderungen bereits so ausgeprägt sind, dass eine Endoprothetik sinnvoller ist.

Unser Ansatz

Wir behandeln nicht nur den „MRT-Befund“

Wichtig ist es, die Bildgebungsergebnisse mit den Beschwerden, der Gelenkfunktion und dem Stadium des pathologischen Prozesses abzugleichen.

Wir prüfen zuerst die Möglichkeit des Gelenkerhalts

Besonders bei jungen und aktiven Patienten ist es wichtig festzustellen, ob noch reale Möglichkeiten für eine gelenkerhaltende Taktik bestehen.

Unterschiedliche Stadien — unterschiedliche Behandlung

Eine Methode, die im frühen Stadium sinnvoll sein kann, kann nach dem Kollaps des Hüftkopfes bereits keinen Sinn mehr ergeben. Und umgekehrt — die Endoprothetik sollte nicht automatisch zur ersten Entscheidung werden, nur weil die Diagnose gestellt wurde.

Von der Diagnostik zum konkreten Plan

Ziel der Beratung ist es nicht nur, das Vorliegen einer Hüftkopfnekrose zu bestätigen, sondern die zentrale Frage des Patienten zu beantworten: Was ist in seiner konkreten Situation der nächste Schritt?

Häufig gestellte Fragen

Ist Hüftkopfnekrose dasselbe wie Koxarthrose?

Nein. Das sind unterschiedliche pathologische Prozesse.

Bei der Hüftkopfnekrose ist primär das Knochengewebe des Hüftkopfes betroffen. Mit fortschreitender Erkrankung und Deformierung können sich sekundäre arthrotische Veränderungen des Hüftgelenks entwickeln.

Kann eine Hüftkopfnekrose von selbst ausheilen?

Diese Erkrankung erfordert Beobachtung und eine Einschätzung des Progressionsrisikos. Die Taktik hängt von Stadium, Ausmaß der Schädigung und klinischen Erscheinungen ab.

Sich darauf zu verlassen, dass eine diagnostizierte Hüftkopfnekrose von selbst verschwindet, ist nicht ratsam.

Wenn das Röntgenbild normal ist, kann trotzdem eine Nekrose vorliegen?

Ja. In frühen Stadien können Veränderungen auf gewöhnlichen Röntgenaufnahmen noch nicht ausreichend erkennbar sein.

In der entsprechenden klinischen Situation kann das MRT für die Frühdiagnostik besonders wichtig sein.

Wenn die Nekrose im MRT gefunden wurde, brauche ich dann schon eine Operation?

Nicht zwangsläufig.

Zunächst müssen Stadium, Größe und Lokalisation der Schädigung, der Zustand des Hüftkopfes und die klinischen Symptome bestimmt werden. Erst danach kann die optimale Taktik besprochen werden.

Kann das eigene Hüftgelenk erhalten werden?

Bei einem Teil der Patienten kann diese Möglichkeit in frühen Stadien erwogen werden.

Chancen und Sinnhaftigkeit einer gelenkerhaltenden Behandlung hängen vor allem vom Krankheitsstadium und dem Erhalt der Struktur des Hüftkopfes ab.

Was ist eine Core Decompression?

Das ist ein gelenkerhaltender chirurgischer Eingriff, bei dem im Hüftkopf und -hals ein oder mehrere Kanäle angelegt werden.

Die Methode kann bei bestimmten Patienten in frühen Krankheitsstadien in Betracht gezogen werden. Ihre Sinnhaftigkeit wird individuell festgelegt.

Warum ist es wichtig, die Beratung nicht hinauszuzögern?

Weil die Möglichkeiten einer gelenkerhaltenden Behandlung vom Krankheitsstadium abhängen.

Nach Entwicklung eines ausgeprägten Kollapses des Hüftkopfes wird die Auswahl an Methoden zum Erhalt des eigenen Gelenks deutlich eingeschränkt.

Sind häufig beide Hüftgelenke betroffen?

Ein beidseitiger Befall ist möglich. Deshalb ist es bei gestellter Diagnose wichtig, die klinische Situation insgesamt zu beurteilen und das andere Hüftgelenk bei entsprechender Indikation ebenfalls zu untersuchen.

Was tun, wenn der Hüftkopf bereits zerstört ist?

Bei ausgeprägtem Kollaps und sekundären Gelenkveränderungen wird die Sinnhaftigkeit einer totalen Hüftendoprothetik geprüft.

Die Entscheidung hängt von Symptomen, dem Ausmaß der strukturellen Veränderungen, Alter, Aktivität und weiteren individuellen Faktoren ab.

Wurde bei Ihnen eine Hüftkopfnekrose diagnostiziert?

Wenn im MRT- oder Röntgenbefund bereits eine Hüftkopfnekrose vermerkt ist, ist es wichtig, das Krankheitsstadium und die Möglichkeiten zum Erhalt des eigenen Gelenks zu bestimmen.

Während der Beratung beurteilen wir die Untersuchungsergebnisse, den Zustand des Hüftgelenks und legen mögliche weitere Behandlungsoptionen fest.

Eine Hüftkopfnekrose bedeutet nicht automatisch die Notwendigkeit einer Endoprothetik. Unsere Aufgabe ist es festzustellen, welche Behandlung genau in Ihrem Krankheitsstadium optimal ist.