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Osteosynthese von Frakturen

Moderne chirurgische Frakturbehandlung mit Wiederherstellung der Anatomie, stabiler Fixation und Ausrichtung auf eine frühe funktionelle Erholung.

Nicht jede Fraktur erfordert eine Operation. Sind die Fragmente jedoch erheblich verschoben, die Fraktur instabil, die Gelenkfläche geschädigt, oder erlaubt die konservative Behandlung keine Erhaltung der korrekten Knochenposition, kann eine Osteosynthese notwendig sein.

Wann eine Fraktur operiert werden muss

Die Behandlungstaktik hängt nicht allein davon ab, welcher Knochen gebrochen ist.

Wichtig sind Art der Fraktur, Verschiebung der Fragmente, Stabilität, Zustand von Gelenkflächen und Weichteilen, Alter des Patienten und seine funktionellen Bedürfnisse.

Ein Teil der Frakturen kann erfolgreich ohne Operation behandelt werden. In anderen Fällen lässt sich ohne stabile chirurgische Fixation die korrekte Knochenposition kaum wiederherstellen und optimale Heilungsbedingungen schaffen.

Wann Sie sich beim Orthopäden-Traumatologen vorstellen sollten

  • eine dislozierte Fraktur wurde diagnostiziert
  • die Fraktur verläuft durch ein Gelenk
  • die Fragmente haben sich nach der Reposition erneut verschoben
  • die Fraktur ist instabil
  • es liegt eine erhebliche Deformität der Extremität vor
  • eine offene Fraktur ist aufgetreten
  • die Fraktur heilt nicht ordnungsgemäß
  • es muss festgestellt werden, ob die Fraktur ohne Operation behandelt werden kann
  • eine Operation wurde vorgeschlagen, und Sie möchten die möglichen Behandlungsoptionen verstehen

Was ist Osteosynthese

Osteosynthese ist die chirurgische Stabilisierung von Knochenfragmenten in einer Position, die Voraussetzungen für Heilung und Funktionswiederherstellung schafft.

Zur Fixation können verschiedene Konstruktionen eingesetzt werden:

  • Platten und Schrauben
  • intramedulläre Marknägel
  • einzelne Schrauben
  • Kirschnerdrähte
  • Fixateur externe
  • Kombinationen verschiedener Methoden

Die Wahl der Konstruktion ist jedoch nur ein Teil der Behandlung.

Die zentrale Frage ist nicht, welche Platte oder welcher Nagel eingesetzt wird, sondern welche Fixationsmethode der konkreten Fraktur am besten entspricht.

Was eine korrekt durchgeführte Osteosynthese bewirkt

Ziel der Operation ist es, optimale mechanische und biologische Voraussetzungen für die Frakturheilung zu schaffen.

Je nach Art der Verletzung ermöglicht die Osteosynthese:

  • die Position der Knochenfragmente wiederherzustellen
  • Länge und Achse der Extremität wiederherzustellen
  • bei intraartikulären Frakturen die Gelenkfläche wiederherzustellen
  • Stabilität im Frakturbereich zu gewährleisten
  • Voraussetzungen für die Knochenheilung zu schaffen
  • in entsprechenden Fällen frühzeitig mit Bewegungen zu beginnen
  • das Risiko einer sekundären Verschiebung zu verringern
  • den Patienten schrittweise in den Alltag zurückzuführen

Ziel ist es nicht, einfach ein gutes Röntgenbild nach der Operation zu erhalten, sondern die Funktion der verletzten Extremität wiederherzustellen.

Nicht jede Fraktur benötigt dieselbe Fixation

Eine der grundlegenden Besonderheiten der modernen Traumatologie ist die Möglichkeit, je nach konkretem Verletzungstyp unterschiedliche Osteosynthesemethoden anzuwenden.

Platten und Schrauben

Sie ermöglichen eine präzise Wiederherstellung der Anatomie und eine stabile Fixation. Besonders wichtig bei vielen gelenknahen und intraartikulären Frakturen.

Intramedulläre Osteosynthese

Der Marknagel wird im Markraum des Knochens platziert und schafft eine stabile innere Fixation.

Die Methode wird häufig bei Frakturen langer Röhrenknochen angewendet, insbesondere des Oberschenkel- und Schienbeinknochens.

Minimalinvasive Techniken

In entsprechenden Fällen kann die Fixation über kleinere chirurgische Zugänge erfolgen, mit dem Ziel, die zusätzliche Weichteilschädigung zu minimieren und die biologischen Voraussetzungen für die Heilung zu erhalten.

Externe Fixation

Kann als vorübergehende oder endgültige Methode bei bestimmten komplexen Verletzungen, erheblicher Weichteilschädigung und anderen klinischen Situationen eingesetzt werden.

Die Fixationsmethode wird der Fraktur angepasst — nicht die Fraktur der bevorzugten Konstruktion des Chirurgen.

Besondere Aufmerksamkeit — gelenknahe Frakturen

Bei Frakturen, die sich auf die Gelenkfläche ausdehnen, ist die Behandlungsaufgabe komplexer als das bloße Verbinden der Knochenfragmente.

Möglichst genau wiederhergestellt werden müssen:

  • die Form der Gelenkfläche
  • die Achse der Extremität
  • die Stabilität
  • die anatomischen Verhältnisse
  • die künftige Beweglichkeit des Gelenks

Solche Frakturen erfordern eine besonders sorgfältige Planung, da eine fehlerhafte Fragmentposition die spätere Gelenkfunktion beeinträchtigen kann.

Präoperative Planung

Bei einfachen Frakturen kann eine Standardröntgenaufnahme ausreichend sein.

Bei komplexen, mehrfragmentären oder intraartikulären Verletzungen kann zusätzlich eine Computertomographie eingesetzt werden.

Die CT ermöglicht eine detailliertere Beurteilung von:

  • Anzahl und Position der Fragmente
  • Art der Gelenkflächenschädigung
  • räumlicher Geometrie der Fraktur
  • möglicher Repositions- und Fixationsmethode

Je komplexer die Frakturgeometrie, desto größere Bedeutung erhält die präoperative Planung.

Wie die Behandlung abläuft

01 — Diagnostik

Wir beurteilen den Verletzungsmechanismus, den Zustand der Extremität, Röntgenaufnahmen und bei Bedarf eine CT.

Wir bestimmen Frakturtyp, Stabilität und Weichteilzustand.

02 — Wahl der Taktik

Wir legen fest, ob überhaupt eine Operation notwendig ist.

Ist eine Osteosynthese angezeigt, wählen wir Repositions- und Fixationsmethode entsprechend der konkreten Fraktur.

03 — Operation

Die notwendige Position der Knochenfragmente wird wiederhergestellt und stabil fixiert.

Der Operationsumfang hängt von der Art der Verletzung ab.

04 — Frühe Erholung

Nach der Operation wird das Bewegungs- und Belastungsregime festgelegt.

In vielen Fällen ermöglicht eine stabile Fixation einen früheren Beginn der funktionellen Erholung.

05 — Heilungskontrolle

Kontrolluntersuchungen und Röntgenaufnahmen dienen der Beurteilung der Implantatposition und des Heilungsverlaufs.

Mit fortschreitender Heilung werden Belastung und körperliche Aktivität schrittweise erweitert.

Klinischer Fall

Komplexe Unterschenkelfraktur nach Motorradsturz

Der Patient erlitt bei einem Motorradsturz eine Verletzung des rechten Unterschenkels. Auf den Erströntgenaufnahmen zeigte sich eine komplexe mehrfragmentäre Fraktur des distalen Schienbeins mit Fragmentverschiebung in Kombination mit einer Fraktur des Wadenbeins.

Angesichts Art und Lokalisation der Verletzung wurde eine chirurgische Taktik gewählt. Hauptziele waren die Wiederherstellung der Achse und der anatomischen Verhältnisse der Extremität, eine stabile Frakturfixation und die Schaffung von Heilungsvoraussetzungen.

Es wurde eine Osteosynthese mittels intramedullärem Marknagel und zusätzlicher Fixation der distalen Fragmente durchgeführt.

Ergebnis

Die Kontrollröntgenaufnahmen zeigen eine wiederhergestellte Achse des Schienbeins, eine erhaltene Fragmentposition und eine stabile Lage der Metallimplantate.

Bei einer komplexen Fraktur genügt es nicht, den Knochen einfach zu fixieren. Methode und Kombination der Fixationsverfahren werden der konkreten Anatomie der Verletzung angepasst.

Unser Ansatz

Nicht jede Fraktur muss operiert werden

Eine chirurgische Behandlung sollte nur dann erfolgen, wenn sie gegenüber einer konservativen Behandlung einen echten Vorteil bietet.

Ziel der Beratung ist es, die optimale Taktik zu bestimmen, nicht zwangsläufig den Patienten zur Operation zu bringen.

Die Fixationsmethode wird der konkreten Fraktur angepasst

Platte, Marknagel oder eine andere Fixationsmethode sind Werkzeuge. Die Wahl richtet sich nach Anatomie und Mechanik der konkreten Verletzung.

Wir erhalten die Biologie der Fraktur

Stabilität ist wichtig, aber ebenso wichtig ist der Erhalt der für die Heilung notwendigen Durchblutung und Weichteile.

Wir denken von Anfang an an die Funktion

Bei der Operationsplanung ist nicht nur die Fragmentposition zu berücksichtigen, sondern auch die künftige Gelenkbeweglichkeit, Belastung und Rückkehr des Patienten in den Alltag.

Häufig gestellte Fragen

Muss jede dislozierte Fraktur operiert werden?

Nein.

Die Entscheidung hängt von Ausmaß und Art der Verschiebung, der Stabilität der Fraktur, ihrer Lokalisation, dem Alter und den funktionellen Bedürfnissen des Patienten ab.

In einem Teil der Fälle lässt sich eine akzeptable Position auch ohne Operation erreichen und halten.

Platte oder Marknagel — was ist besser?

Eine universell bessere Methode gibt es nicht.

Diese Methoden haben unterschiedliche Indikationen. Die Wahl hängt von Lokalisation und Frakturtyp, dem Zustand von Knochen und Weichteilen sowie weiteren Faktoren ab.

Muss das Metall nach der Heilung immer entfernt werden?

Nein.

Verursacht die Konstruktion keine Probleme und liegen keine anderen Gründe für ihre Entfernung vor, ist eine erneute Operation nicht immer notwendig.

Die Entscheidung wird individuell getroffen.

Wann kann ich nach der Osteosynthese das Bein wieder belasten?

Das hängt von Lokalisation und Art der Fraktur, der Fixationsstabilität, der Knochenqualität und dem Heilungsverlauf ab.

Bei verschiedenen Frakturen kann das Belastungsregime deutlich variieren.

Wann sollte mit der Bewegungstherapie des Gelenks begonnen werden?

In vielen Fällen wird angestrebt, möglichst früh mit Bewegungen zu beginnen, sofern Frakturart und Fixationsstabilität dies erlauben.

Das konkrete Vorgehen legt der Chirurg fest.

Wie lange dauert die Heilung einer Fraktur?

Die Dauer hängt vom Knochen, Frakturtyp, Alter, der Durchblutung, der Fixationsstabilität und weiteren Faktoren ab.

Die Entscheidung über eine Belastungssteigerung wird deshalb nicht nur anhand des Kalenders getroffen, sondern anhand der Ergebnisse von Kontrolluntersuchung und Röntgenaufnahme.

Was tun, wenn die Fraktur nach der Operation nicht heilt?

Zunächst muss die Ursache bestimmt werden.

Beurteilt werden Stabilität der Konstruktion, biologische Bedingungen im Frakturbereich, das Vorliegen eines Knochendefekts, der Weichteilzustand und weitere Faktoren.

Danach wird die weitere Behandlungstaktik festgelegt.

Kann ich eine Zweitmeinung einholen, wenn die Operation bereits vorgeschlagen wurde?

Ja.

Lässt die Situation Zeit für eine planbare Entscheidung, können Röntgenaufnahmen oder CT, die vorgeschlagene Taktik und mögliche Alternativen beurteilt werden.

Sie haben eine Fraktur und möchten die Behandlungstaktik klären?

Wurde eine komplexe Fraktur diagnostiziert, liegt eine erhebliche Verschiebung vor, oder wurde Ihnen bereits eine Operation vorgeschlagen, können wir während der Beratung die Untersuchungsergebnisse beurteilen und mögliche Behandlungsoptionen festlegen.

Nicht jede Fraktur erfordert eine Operation. Ist eine Osteosynthese jedoch notwendig, besteht die Hauptaufgabe darin, eine Fixationsmethode zu wählen, die optimale Voraussetzungen für Heilung und Funktionswiederherstellung schafft.